6. Seligpreisungs- und Vaterunser-Fenster (Kleiner Saal)
Die Fenster mit den Themen "Seligpreisungen" und "Vaterunser" waren von Schreiter als die zentralen Fenster für den Hohen Chor der Heidelberger Heiliggeistkirche konzipiert worden. Sie werden hier auf einem Plakat wiedergegeben.
Auf den ersten Blick erkennbar ist die sechste der insgesamt acht Seligpreisungen Jesu aus der Bergpredigt: "Selig sind, die reinen Herzens sind, denn sie werden Gott schauen" (Mt 5, 8). Dieses Wort wird hier verbunden mit der Verheißung Jesu an einen der beiden mit ihm auf Golgatha gekreuzigten Verbrecher: "Jesus, gedenke an mich, wenn du in dein Reich kommst! Und Jesus sprach zu ihm: Wahrlich, ich sage dir: Heute wirst du mit mir im Paradiese sein" (Lk 23, 42f).
Zwischen beiden Verheißungen sehen wir einen Streifen Blut, wobei einzelne Tropfen über die Seligpreisung rinnen. Das Blut erinnert an den Kreuzestod Jesu Christi, der die Versöhnung zwischen Gott und Mensch möglich gemacht hat.
Bei den beiden Manuskripten in der Bildmitte handelt es sich um eine griechische Handschrift des sogenannten Codex Sinaiticus. Darunter finden wir eine Übertragung dieser Seligpreisung in die hebräische Sprache in Erinnerung daran, dass die von Jesus gesprochene Sprache Hebräisch oder Aramäisch war.
Rechts ist das Vaterunser-Fenster zu sehen. Während die Seligpreisungen Reden des Gottessohnes Jesus Christus sind, so kann der Mensch mit den Worten Jesu auf Gottes Anrede an ihn antworten.
Sofort erkennbar ist die Bitte: "Vergib uns unsere Schuld, wie auch wir vergeben unseren Schuldigern" (Lk 11, 4). Sie ist hier verbunden mit der Bitte Jesu aus der Passionsgeschichte: "Vater, willst du, so nimm diesen Kelch von mir; doch nicht mein, sondern dein Wille geschehe... Und der Schweiß wurde (wie Blutstropfen), die auf die Erde fielen" (Lk 22, 42-44).
Der größte Teil des Fensters wird durch Abbildungen des Vaterunsers in sieben Sprachen eingenommen: Englisch, Eritreisch, Russisch, Chinesisch, Arabisch, Spanisch, Sanskrit. Die Sprachen sind heute Weltsprachen oder erinnern an die alten Hochreligionen. Das Vaterunser wird dadurch gekennzeichnet als ein Gebet, das auch viele Nichtchristen mitsprechen können.
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